Ein antiker Christbaumständer wechselte bei „Bares für Rares“ nicht den Besitzer. Händler Wolfgang Pauritsch bereute seine Abfuhr kurz nach dem Abgang des Verkäufers.
Pulheim – Bei „Bares für Rares“ brachte Verkäufer Heinz einen antiken Christbaumständer mit, für den er zwischen 400 und 500 Euro haben wollte. Horst Lichter (61) und den „Bares für Rares“-Experten Detlev Kümmel (55) konnte er mit der Rarität sofort begeistern. Der Moderator wurde direkt nostalgisch, als das Gerät, das eine kleine Tanne zu Musik drehen kann, „Stille Nacht“ spielte: „Es ist wieder Weihnachten.“
„Bares für Rares“: Antiker Christbaumständer mit vier Weihnachtsliedern begeistert den Experten
Dann übernahm Detlev Kümmel, der Verkäufern auch manchmal die Nachricht überbringen muss, dass ihr Exponat deutlich weniger wert ist als den Wunschpreis, das Ruder und präsentierte, was das antike Gerät alles kann. Mit Hilfe eines Schalters konnte man einstellen, ob sich nur der Baum drehen sollte oder auch Musik erklingt. Die Besonderheit: Gleich zwei eingebaute Walzenspieluhren, die jeweils zwei Lieder im Wechsel spielen konnten, sodass insgesamt vier Weihnachtslieder zur Auswahl standen – nämlich „Stille Nacht“, „O du Fröhliche“, „Ihr Kinderlein kommet“ und „Ich bete an die Macht der Liebe“.
„Sehr schön!“, fand Lichter, dem kürzlich in einer Sendung sogar die Tränen kamen. Doch damit nicht genug: Der Christbaumständer war außerdem mit dem Logo des Herstellers Carl Eckardt gekennzeichnet. „Dieses Gerät ist so beliebt gewesen, dass es viele Jahre immer wieder im Verkauf war“, erklärte Kümmel, der dem Gerät ein Patent von 1877 zuordnete und die Herstellungszeit auf zwischen 1890 und 1910 schätzte.
Händler bei „Bares für Rares“ bieten zu wenig für antiken Christbaumständer
Dementsprechend schätzte der Experte den Wert des Christbaumständers, den der Verkäufer bei einer Haushaltauflösung erstanden hatte, sogar höher als gewünscht auf 500 bis 600 Euro. Doch die anfängliche Freude von Verkäufer Heinz verflog rasch, als er der Händlerraum betrat: Zwar wurde eifrig geboten, aber die Preise zwischen 100 und 240 Euro stellten ihn keineswegs zufrieden. Als Händler Wolfgang Pauritsch die Höhe der Expertise hörte, war er noch bereit, auf 300 Euro zu erhöhen, doch Verkäufer Heinz entschied: „Dann nehme ich ihn wieder mit!“.

Kaum hatte er den Raum verlassen, rätselte Pauritsch: „Vielleicht war er so hoch geschätzt, weil es vier Melodien waren…“, erhob sich schnell vom Stuhl und rief: „Entschuldigung…“. Doch die Chance war vertan, Verkäufer Heinz kam nicht zurück. Nicht zu niedrig, sondern zu hoch bot Händler Walter Lehnertz mal bei „Bares für Rares“ und bereut es trotzdem nicht. (cso)
Verwendete Quellen: express.de, zdf.de