Mit einem Spielzeug-Ufo erschien eine Frau aus Bayern bei „Bares für Rares“. Ein tolles Sammlerstück – bei dem sich Lichter aber etwas in Rage redete.
Olching – Die 75-jährige Rosemarie Hefter aus Olching hatte bei „Bares für Rares“ etwas ganz Besonderes dabei: ein Spielzeug-Ufo, das sie auf dem Dachboden ihrer Schwiegereltern entdeckt hatte. Doch als es auf dem Tisch vor dem Experten Sven Deutschmanek und Moderator Horst Lichter landete, redete sich Letzterer erstmal ein wenig in Rage, berichtet Merkur.de.
„Schon ging Nürnberg den Bach runter“: Lichter schimpft über Spielzeug-Ufo
Beim gemeinsamen Untersuchen des Spielzeug-Ufos stellt Lichter schnell fest, dass es aus Japan kommen muss. Dem stimmt Deutschmanek zu, da fängt Lichter direkt an, zu klagen: „Die haben sowas gemacht, damit haben sie die deutsche Spielwarenindustrie so geschädigt!“ Dabei verzieht er leidend das Gesicht. „Es war laut, es war bunt, es hat geblinkt, und schon ging Nürnberg den Bach runter“, so Lichter in Anspielung auf die ehemalige Spielzeugstadt.
Der Experte sieht es derweil nicht ganz so dramatisch wie Lichter, kommentiert aber: „Vorher hatte man einfach keine große Konkurrenz“, so Deutschmanek. „Und wir waren gut. Die waren danach aber ein bisschen schlauer und hatten natürlich ein anderes Lohn-Niveau, das muss man dazusagen.“

Anschließend darf auch Verkäuferin Hefter den Raum betreten. Nach einer kurzen Vorstellung erzählt die Rentnerin, dass die Großeltern damals mit dem Ufo gespielt hatten, bis irgendwann die Batterie ausging – und die gab es hierzulande nicht zum Nachkaufen. Somit landete das Sammlerstück in gutem Zustand auf dem Dachboden.
Spielzeug-Ufo ist ein Original – und sollte mindestens 80 Euro einbringen
Bevor es zur Experten-Einschätzung kommt, erklärt Deutschmanek noch einmal genauer die Hintergründe des Spielzeugs. Tatsächlich habe die japanische Spielzeugindustrie der deutschen damals sehr geschadet, sie konnte billiger produzieren und warf lautes, aufregendes Blechspielzeug auf den Markt, das gut ankam – auch wegen der niedrigeren Preise.
Spielzeugstadt Nürnberg – das steckt dahinter
Nürnberg gilt als weltbekannte „Spielzeugstadt“ mit einer über 600-jährigen Tradition in der Spielwarenherstellung. Die ersten Belege für die Produktion von Holzspielzeug in Nürnberg stammen aus dem 14. Jahrhundert. Im 19. Jahrhundert entwickelte sich die Stadt zum Zentrum der industriellen Spielzeugproduktion in Deutschland.
Heute beheimatet Nürnberg die weltweit größte Spielwarenmesse, die jährlich über 60.000 Fachbesucher aus mehr als 120 Ländern anzieht. Das Deutsche Spielzeugmuseum in Nürnberg, gegründet 1971, beherbergt eine der größten Spielzeugsammlungen Europas mit über 85.000 Objekten. Nürnberger Spielzeughersteller wie Playmobil und die Simba-Dickie Group zählen zu den führenden Unternehmen der Branche weltweit.
Die Spielzeugindustrie ist ein wichtiger Wirtschaftsfaktor für die Region: Etwa 70.000 Arbeitsplätze in Deutschland hängen direkt oder indirekt mit der Spielwarenbranche zusammen, viele davon im Großraum Nürnberg. Die Stadt fördert aktiv ihre Identität als Spielzeugstadt durch verschiedene Initiativen, darunter das jährliche Spielzeugsymposium und spezielle Stadtführungen zum Thema Spielzeug.
Quellen: Deutsches Spielzeugmuseum Nürnberg, Spielwarenmesse eG., Stadt Nürnberg
Bei dem Spielzeug handelt es sich zudem um ein Original aus den späten Fünfzigerjahren. Das Ufo sei in einem optimalen Zustand, sogar der Karton sei original, lobt der Experte. Dann wird der geschätzte Preis genannt – 80 bis 150 Euro sollte man für das Ufo bekommen können, so der Experte.
Händler im Wettbieten – für Rentnerin aus Bayern läuft Verkauf hervorragend
Mit der Händlerkarte in der Hand geht es für Hefter anschließend in den Verkaufsraum von „Bares für Rares“. Dort wird sie von den potenziellen Käufern mit viel Begeisterung empfangen – das Spielzeug-Ufo kommt bei ihnen sehr gut an. Dann kommt schon das erste Angebot: 80 Euro von Waldi Lehnertz! Ein guter Start für die Olchingerin.
Und es wird noch besser – denn schon geht ein richtiges Wettbieten los. 100, 110, 120, 130, 140, 150 Euro – drei Händler sind dabei. Dann steigt sogar Schmuck-Händlerin Lisa Nüdling aus Fulda ein, die kürzlich ihrem Kollegen Anaisio Guedes einen Gefallen tat. die sich freut, dass in dem Ufo eine Astronautin sitzt – 170 Euro! Damit wäre die Experteneinschätzung übertroffen. Als auch der fünfte und letzte Händler ins Bieten einsteigt, liegt der Preis schon bei 200 Euro. Das ist dann auch der Preis, für den das Ufo den Besitzer wechselt.
„Mit dem Geld mach ich mir jetzt ein schönes Wochenende“, freut sich Rosemarie Hefter abschließend. (fhz)