Wo kommt nur dieses Loch her? Experte Detlev Kümmel ist erstmals bei „Bares für Rares“ wirklich ratlos.
In der heutigen Folge von „Bares für Rares“ bringen Marlene und ihr Vater Mario Somrei aus Wuppertal ein auffälliges Designobjekt mit: einen orangefarbenen Stuhl, gefertigt um 1967 vom Brüder Beltzig Design (BBD). Entworfen wurde das außergewöhnliche Möbelstück vom deutschen Designer Günter Beltzig. Hergestellt aus Fiberglas und Polyester, gehört es zu einer limitierten Serie von maximal 35 handgefertigten Exemplaren – ein echtes Sammlerstück.
Der Stuhl stammt aus Wuppertal, also genau aus der Stadt, in der Mario ihn vor einiger Zeit kauft. Dass ihm der Abschied schwerfällt, ist sofort spürbar – zu sehr gefällt ihm das Design, das Moderator Horst Lichter spontan an ein Werk von Salvador Dalí erinnert.
Detlev Kümmel entdeckt ein Loch
Doch bevor es in den Händlerraum geht, nimmt sich Experte Detlev Kümmel den Stuhl genau vor. Der erste Blick verrät ihm: Hier stimmt etwas nicht. „Wenn du dir den Stuhl anschaust – der ist sehr individuell. Da ist nämlich ein Loch, und das gehört da nicht hinein“, beginnt Kümmel die Expertise. Das Loch sei eindeutig händisch gemacht worden, vermutlich nachträglich. Wer dafür verantwortlich ist, bleibt offen.
Es könnte sich theoretisch sogar um eine Testbohrung vom Designer selbst handeln – ausschließen kann Kümmel das nicht. Allerdings lässt sich das nicht zweifelsfrei belegen. Trotz dieser Unklarheit setzt er den Wert des Stuhls auf 3000 bis 4000 Euro. Das ist erfreulich für Mario, denn seine persönliche Preisvorstellung liegt bei mindestens 2000 Euro.
Händler loben Ehrlichkeit – doch das Interesse fehlt
Im Händlerraum überrascht Mario direkt zu Beginn mit Ehrlichkeit: Er weist offen auf das Loch hin. Die Händler – darunter Fabian Kahl, Jan Cizek und Jos van Katwijk – zeigen sich dankbar. „Das ist sehr lieb, dass Sie es erwähnen“, sagt Cizek anerkennend.
Trotzdem hält sich das Kaufinteresse in Grenzen. Zunächst sehen einige Händler das Loch eher als Designelement – bis sie die Expertise hören. Als Kümmels Bewertung von bis zu 4000 Euro fällt, wird gestöhnt. Jos van Katwijk und Anaísio Guedes fragen schließlich nach Marios Schmerzgrenze. Als dieser 2000 Euro nennt, winkt van Katwijk ab: Er hätte höchstens 1200 Euro geboten.
Da keine Einigung möglich ist, nehmen Vater und Tochter den Stuhl wieder mit – enttäuscht ist Mario allerdings nicht. Im Gegenteil: Er freut sich, dass er das seltene Stück weiter in seinem Besitz behalten darf.